← Alle News

03. August 2026

Schwangerschaftsarrhythmie: Welche Therapien gegen Herzrhythmusstörungen sind in der Schwangerschaft erlaubt? (Augsburg/Schwaben)

Auf einen Blick: Herzrhythmusstörungen während der Schwangerschaft verunsichern viele werdende Mütter, lassen sich jedoch mit der richtigen kardiologischen Begleitung sicher und effektiv behandeln. Durch den gezielten Einsatz von bewährten Medikamenten und modernen, strahlungsfreien Verfahren schützen wir die Gesundheit von Mutter und Kind gleichermaßen. In unserer Praxis CORTINUUM in Augsburg bieten wir Ihnen eine spezialisierte Betreuung, die kardiologische Expertise mit einer engen Abstimmung zu Ihrer Geburtsklinik in der Region verbindet.

Sie spüren plötzlich ein Flattern in der Brust, das Herz stolpert oder rast scheinbar ohne Anlass. In der Schwangerschaft ist das für viele Frauen eine beängstigende Erfahrung – verständlicherweise. Doch zunächst darf ich Sie beruhigen: Ihr Körper leistet gerade Außergewöhnliches. Das Blutvolumen steigt um bis zu 50 Prozent, und das Herz muss deutlich kräftiger pumpen, um Sie und Ihr Kind zuverlässig zu versorgen. Diese gewaltige Umstellung macht das Herz empfindlicher gegenüber elektrischen Reizen, was sich in spürbaren Unregelmäßigkeiten äußern kann. Trotzdem ist es wichtig, genau hinzuschauen – denn harmlose Extraschläge und behandlungsbedürftige Rhythmusstörungen lassen sich nur durch eine sorgfältige Diagnostik voneinander unterscheiden.

Schwangerschaftsarrhythmie verstehen: häufig, meist gutartig – aber richtig abklären

Die meisten Unregelmäßigkeiten des Herzschlags während der Schwangerschaft sind harmlos. Dennoch ist eine gründliche Diagnostik entscheidend, um Risiken für Sie und Ihr Baby so gering wie möglich zu halten. In unserer Augsburger Praxis setzen wir dafür unter anderem auf das Langzeit-EKG und das Vektor-EKG – zwei Verfahren, mit denen sich der Herzrhythmus über einen längeren Zeitraum präzise aufzeichnen und analysieren lässt.

Häufige Rhythmusstörungen in der Schwangerschaft: SVT, VES und Vorhofflimmern

Am häufigsten begegnen uns supraventrikuläre Tachykardien, kurz SVT – eine Form von Herzrasen, die in den Herzvorhöfen entsteht. Ebenfalls weit verbreitet sind ventrikuläre Extrasystolen (VES), also die typischen „Herzstolperer“, die ihren Ursprung in der Herzkammer haben und sich in der Schwangerschaft oft verstärken. Seltener, aber klinisch bedeutsamer, ist das Vorhofflimmern. Dabei geraten die elektrischen Signale im Vorhof durcheinander, was eine sorgfältige Einschätzung erfordert: Wie hoch ist das Schlaganfallrisiko, und wie stark wird das Herz belastet?

Warnzeichen und Sofortmaßnahmen: Wann Sie aufmerksam werden sollten

Nicht jedes Herzstolpern ist ein Grund zur Sorge. Hellhörig sollten Sie allerdings werden, wenn das Herzrasen von Atemnot (Dyspnoe), Schwindel oder einer kurzzeitigen Ohnmacht (Synkope) begleitet wird – dann ist eine zeitnahe kardiologische Abklärung unbedingt nötig. Besonders wichtig ist in dieser Situation auch die Abgrenzung zur Präeklampsie, einer ernsthaften Schwangerschaftskomplikation mit Bluthochdruck, deren Symptome sich mit denen einer Herzrhythmusstörung überschneiden können. Ein gezielter kardiologischer Check schafft hier Klarheit und gibt Ihnen die Sicherheit, die Sie in dieser besonderen Lebensphase brauchen.

Akuttherapien in der Schwangerschaft: Was gilt als sicher?

Tritt eine Rhythmusstörung plötzlich auf und belastet Ihren Kreislauf, gibt es bewährte Wege, das Herz wieder in den richtigen Takt zu bringen – ohne das Kind zu gefährden. Wir orientieren uns dabei streng an den Leitlinien der European Society of Cardiology.

Nicht-medikamentöse Optionen und elektrische Kardioversion

Bei akutem Herzrasen sind sogenannte Vagusmanöver oft der erste Schritt. Dabei wird der Vagusnerv – ein wichtiger Nerv, der das Herz bremsen kann – gezielt aktiviert: etwa durch kräftiges Pressen gegen die geschlossene Stimmritze (Valsalva-Manöver) oder durch das Trinken von eiskaltem Wasser. Reicht das nicht aus und wird die Situation kreislaufrelevant, kommt eine elektrische Kardioversion infrage. Dabei erhält das Herz unter kurzer Narkose einen kontrollierten Stromstoß, der den normalen Rhythmus wiederherstellt. Dieses Verfahren gilt in allen Phasen der Schwangerschaft als sicher, da nur minimale Strommengen den Uterus erreichen.

Akutmedikamente mit guter Evidenz

Wenn Medikamente notwendig werden, greifen wir auf Substanzen zurück, die seit Jahrzehnten erprobt sind. Adenosin ist bei bestimmten Formen von Herzrasen das Mittel der Wahl: Es hat eine extrem kurze Wirkdauer und erreicht das Kind praktisch nicht. Auch intravenös verabreichte Betablocker oder Verapamil können unter ärztlicher Überwachung sicher eingesetzt werden.

Langzeitbehandlung und Prävention bis zur Geburt

Ziel einer Langzeittherapie ist es, Rückfälle zu verhindern und Ihnen eine möglichst entspannte Schwangerschaft sowie eine sichere Geburt zu ermöglichen. Bei jedem Termin in unserer Augsburger Praxis wägen wir dafür den Nutzen für Sie als Mutter und die Sicherheit für Ihr ungeborenes Kind individuell gegeneinander ab.

Medikamente und Monitoring: Was hilft, was schadet

Metoprolol ist der am besten untersuchte Betablocker in der Schwangerschaft und gilt als Standardmedikament, wenn eine dauerhafte Frequenzkontrolle nötig ist. Je nach Situation können auch Digoxin oder Flecainid zum Einsatz kommen. Strenge Vorsicht ist hingegen bei Amiodaron geboten, da dieser Wirkstoff die Schilddrüse des Kindes schädigen kann. Um die Herzfunktion zuverlässig im Blick zu behalten, kontrollieren wir den Therapieverlauf regelmäßig mittels Echokardiographie – einem Ultraschall des Herzens.

Antikoagulation und Katheterablation: Besonderheiten in der Schwangerschaft

Liegt Vorhofflimmern vor, stellt sich die Frage nach einer Blutverdünnung. Die modernen oralen Antikoagulantien (NOAKs) kommen in der Schwangerschaft nicht infrage, da sie die Plazenta passieren können. Stattdessen setzen wir auf niedermolekulares Heparin (LMWH), das gespritzt wird und für das Kind als unbedenklich gilt. Eine Katheterablation – also die gezielte Verödung des Störherds im Herzen – wird in den meisten Fällen auf die Zeit nach der Geburt verschoben. In seltenen Ausnahmesituationen ist der Eingriff jedoch auch während der Schwangerschaft möglich: Moderne 3D-Mappingsysteme erlauben eine präzise Behandlung nahezu ohne Röntgenstrahlung.

Versorgung in Augsburg und Schwaben: individuell, interdisziplinär, sicher

In einer Stadt mit einer exzellenten medizinischen Infrastruktur wie Augsburg sind Sie in guten Händen. Bei CORTINUUM verstehen wir uns als Ihre kardiologische Anlaufstelle, die eng mit den Behandlungspartnern vor Ort vernetzt ist.

Spezialsprechstunde und Netzwerk aus Kardiologie, Gynäkologie und Geburtshilfe

Die Betreuung einer Schwangerschaftsarrhythmie ist Teamarbeit. Wir stehen im direkten Austausch mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt sowie den großen Kliniken der Region, darunter das Universitätsklinikum Augsburg. So stellen wir gemeinsam sicher, dass auch für die Entbindung ein durchdachter Plan vorliegt – von der Schmerztherapie über die Kreislaufüberwachung bis hin zur neonatologischen Versorgung des Neugeborenen, falls nötig.

Was Sie zum Termin mitbringen und fragen sollten

Wenn Sie zu uns in den Zeugplatz kommen, bringen Sie bitte vorhandene EKG-Ausdrucke oder Berichte über frühere Herzerkrankungen mit. Hilfreich ist es außerdem, wenn Sie sich notieren, wann genau die Beschwerden auftreten – etwa in Ruhe oder bei Belastung – und wie lange sie anhalten. Fragen Sie uns gerne auch offen nach der Sicherheit einzelner Medikamente in der Stillzeit: Die meisten modernen Therapien lassen sich heute so auswählen, dass Sie Ihr Kind nach der Geburt problemlos stillen können.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Welche Betablocker gelten in der Schwangerschaft als sicher – und welche sollte man meiden?
Metoprolol ist das Mittel der ersten Wahl, weil hier die umfangreichsten Sicherheitsdaten vorliegen. Atenolol hingegen sollte vermieden werden, da es mit einem geringeren Geburtsgewicht in Verbindung gebracht wurde.

Ist eine elektrische Kardioversion in allen Trimestern möglich?
Ja. Bei medizinischer Notwendigkeit kann eine elektrische Kardioversion in jedem Stadium der Schwangerschaft durchgeführt werden. Das Risiko für das Kind ist minimal, während ein instabiler Herzrhythmus der Mutter eine deutlich größere Gefahr darstellen würde.

Welche Medikamente müssen unbedingt vermieden werden?
Amiodaron sollte wegen des Risikos kindlicher Schilddrüsenstörungen nur in lebensbedrohlichen Situationen zum Einsatz kommen. Auch NOAKs (neue orale Antikoagulantien) und ACE-Hemmer sind in der Schwangerschaft kontraindiziert, da sie die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen können.

Ist eine Katheterablation während der Schwangerschaft möglich?
Grundsätzlich ja, sie wird aber wegen des Eingriffscharakters in aller Regel erst nach der Entbindung durchgeführt. Falls sie unumgänglich ist, kommen hochmoderne Navigationssysteme zum Einsatz, die eine Behandlung ohne schädliche Röntgenstrahlung ermöglichen.

Wann ist eine sofortige Klinikeinweisung oder ein Notruf nötig?
Suchen Sie sofort Hilfe bei anhaltendem Herzrasen über 150 Schlägen pro Minute, bei Bewusstlosigkeit, starken Brustschmerzen oder akuter, schwerer Atemnot. In diesen Fällen sollte die Abklärung stationär erfolgen – idealerweise in einer Klinik mit kardiologischer und geburtshilflicher Abteilung.

Vereinbaren Sie Ihren Termin bei CORTINUUM

Haben Sie Herzstolpern oder Herzrasen in der Schwangerschaft bemerkt? Lassen Sie uns gemeinsam für Sicherheit sorgen. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin in der Spezialsprechstunde für Schwangerschaftsarrhythmien bei CORTINUUM in Augsburg – wir begleiten Sie kompetent, menschlich und mit modernster Technik durch diese besondere Zeit.

Hier direkt Termin online buchen